Ausgangssituation

Der effizienten Entwicklung mechatronischer Produkte kommt eine Schlüsselrolle für den Standort Deutschland zu. Dabei haben sich die globalen Marktanforderungen in den letzten Jahrzehnten maßgeblich verändert: Es werden zunehmend komplexe Produkte mit höchsten Anforderungen an mechanische Präzision und Langlebigkeit sowie elektronische Komponenten und integrierte Software-Bausteine nachgefragt. Bedingt durch die Komplexität und Interdisziplinarität mechatronischer Produkte erfolgt deren Entwicklung - oft unter starker Beteiligung von KMU - verteilt über mehrere hochspezialisierte Unternehmen in Wertschöpfungsnetzwerken. Nur so ist es möglich, kundenspezifische Produkte anzubieten.
Eine größte Schwierigkeit besteht momentan allerdings darin, dass die Entwicklung eines Produktes nicht linear verläuft, sondern in eine komplexe Gesamtstruktur aus Produktplanung, Produktentwurf und Produktionssystemen eingebunden ist. Außerdem sind den Akteuren in diesen Netzwerken die Anforderungen an das Gesamtprodukt nur teilweise bekannt. Der Hersteller des primären Produktes kennt sämtliche Anforderungen, jedoch nicht alle Restriktionen der Partner. Es treten bei der firmenübergreifenden Entwicklung mechatronischer Produkte also Ineffizienzen auf, wenn die Entwicklungsaktivitäten der beteiligten Unternehmen nicht optimal gestaltet und koordiniert werden. Beispiele sind Zeitverzögerungen bei der Angebotserstellung und der Produktentwicklung, ungenaue Prognosen von Kosten und Lieferzeit, Verfehlung der Kundenanforderungen (z. B. over engineering) sowie späte Fehlererkennung im Wertschöpfungsprozess und somit kostenintensive Korrekturmaßnahmen.

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Interdisziplinäres Netzwerk aus kooperierenden Unternehmen